Fachliche Expertise ist wichtig, doch den Unterschied macht oft der Auftritt. Viele merken erst in wichtigen Momenten wie im Meeting oder im Gespräch unter vier Augen, dass die eigene Wirkung nicht ganz zur Botschaft passt. Man weiß genau, was man sagen will, aber es kommt nicht mit der gewünschten Sicherheit an.
In unserem Seminar „Mit Präsenz, Selbstsicherheit und Persönlichkeit überzeugen“ geht es genau darum: souverän aufzutreten, ohne sich dabei zu verbiegen. Es geht nicht um antrainierte Rollen, sondern um authentische Präsenz. Unsere Trainerin Heidrun Vössing erklärt im Interview, wie der Abgleich zwischen Selbstbild und Fremdbild gelingt und wie Sie auch in stressigen Situationen ganz bei sich bleiben.
Wenn die eigene Wirkung nicht zum Ziel führt
„Was bringt Menschen dazu, sich intensiver mit ihrer eigenen Persönlichkeit auseinanderzusetzen?“
Heidrun Vössing: Ein typisches Aha-Erlebnis gibt es meiner Erfahrung nach selten. Das sind eher unterschiedliche Situationen, die jedoch eine Gemeinsamkeit haben. Menschen beginnen meist dann, sich mit ihrer Persönlichkeit auseinanderzusetzen, wenn sie merken, dass das, was sie tun, nicht oder nicht mehr funktioniert.
Sie bewirken und erreichen nicht das, was sie eigentlich wollen. Das wirkt verunsichernd und wir neigen dann dazu, mehr desselben zu tun, was wiederum auch nicht funktioniert. Manchmal braucht es auch eine Weile, um zu erkennen, dass wir Teil des sogenannten Problems sind und dass es nicht nur an den anderen liegt. Meine Aufgabe im Coaching, in der Beratung oder auch als Trainerin in Seminaren sehe ich darin, mit und für meine Klient:innen auf der Basis von Akzeptanz neue Möglichkeiten im Denken und Handeln zu entwickeln, die zu ihnen passen und mit denen sie sich wohlfühlen. Das empfinde ich als anspruchsvoll, sehr lohnend und erfüllend. Manchmal sind die Personen auch einfach unzufrieden und wissen gar nicht so genau, warum. Und andere wiederum möchten sich weiterentwickeln und etwas Neues über sich erfahren.
Professionell auftreten, ohne sich zu verbiegen
„Welche Haltung hilft dabei, professionell aufzutreten und zugleich authentisch zu bleiben?“
Heidrun Vössing: Das ist in der Tat die Kunst – nicht nur für Teilnehmende, sondern auch für mich selbst. Ein möglicher Schlüssel liegt darin, zu lernen, mit Widersprüchen, Zwickmühlen und Ambiguitäten konstruktiv und tolerant umzugehen. Eine „Sowohl-als-auch-Haltung“ ist da hilfreicher als eine „Entweder-oder-Haltung“.
Der Blick von außen: Warum Feedback oft Klarheit schafft
„Warum ist der Abgleich von Selbstbild und Fremdbild oft so hilfreich?“
Heidrun Vössing: Ich persönlich denke nicht, dass wir uns selbst objektiv sehen können oder dass es darum geht. Es gibt auch nicht nur dass eine Fremdbild, sondern verschiedene, und Feedback ist immer subjektiv. Das, was beispielsweise eine Führungskraft an mir schätzt, muss einer guten Freundin noch lange nicht gefallen.
Im Seminar hatte ich in über 20 Jahren nie den Eindruck, dass das jemand als schmerzhaft empfunden hat. Vielmehr kommen einige Teilnehmende mit Kränkungserfahrungen aus ihrem Unternehmen ins Seminar. Im Seminar erleben sie eher eine Erleichterung, weil sie die Diskrepanz zwischen Selbstbild und Fremdbild endlich verstehen.
Vom Verstehen ins Handeln kommen
„Was unterstützt Teilnehmende dabei, neue Erkenntnisse im Alltag wirksam werden zu lassen?“
Heidrun Vössing: Entscheidend ist zunächst, dass die Teilnehmenden den Lernprozess als ihre eigene Verantwortung verstehen. Meine Aufgabe ist es, eine geeignete Lernarchitektur zu schaffen und sie bestmöglich dabei zu unterstützen.
Hilfreich dabei sind Methoden wie beispielsweise spezielle Formen der Zielentwicklung, die Aktivierung von Ressourcen, die motivationale Klärung des Anliegens sowie die emotionale Relevanz. Und schließlich ist die Qualität der Arbeitsbeziehung zwischen mir und den Teilnehmenden sehr wichtig. Darüber hinaus ist ein entscheidender Faktor, welche Transfermöglichkeiten die Teilnehmenden in ihren Unternehmen haben. Das wird oft übersehen.
Souverän bleiben, wenn es darauf ankommt
„Wie können Teilnehmende neue Verhaltensweisen so einüben, dass sie später auch in schwierigeren Situationen abrufbar sind?“
Heidrun Vössing: In stressigen oder anstrengenden Situationen ist es viel schwieriger, souverän zu bleiben. Ich empfehle den Teilnehmenden, das, was sie als neue Möglichkeiten entwickelt haben, gleich auszuprobieren – zunächst in „einfachen“ Situationen und später in anspruchsvolleren. Dies unterstütze ich gerne mit imaginativen Methoden.
Persönlichkeitsentwicklung beginnt mit ehrlicher Reflexion
Was Heidrun Vössing im Interview deutlich macht: Persönlichkeitsentwicklung ist kein schneller Trick und keine Sammlung von Standardtechniken. Es geht darum, die eigene Wirkung besser zu verstehen, neue Handlungsoptionen zu entwickeln und diese, Schritt für Schritt im beruflichen Alltag auszuprobieren.
Gerade für Menschen, die fachlich sicher sind, aber ihre Präsenz, Selbstsicherheit oder Wirkung gezielt stärken möchten, bietet das Seminar einen geschützten Rahmen zur Reflexion und Weiterentwicklung. Die Teilnehmenden arbeiten daran, klarer aufzutreten, Feedback besser einzuordnen und in herausfordernden Situationen bewusster zu handeln.
Im Mittelpunkt steht nicht die Frage: „Wie wirke ich perfekt?“, sondern vielmehr: „Wie kann ich überzeugend auftreten und dabei ich selbst bleiben?“
Im Seminar entwickeln Sie ein klareres Bild Ihrer persönlichen Wirkung und erarbeiten konkrete Möglichkeiten, um in beruflichen Situationen souveräner, präsenter und authentischer aufzutreten.
Schauen Sie sich unsere nächsten Termine an. Falls Sie ein individuelles Inhouse-Format oder ein Online-Seminar bevorzugen, sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne zu Ihrem passenden Format.

Zur Trainerin:
Heidrun Vössing ist seit vielen Jahren als Coaching-Expertin und Trainerin für das ime tätig – sowohl in Inhouse-Formaten als auch in offenen Seminaren.