Sieben negative Führungstypen – So werden Sie Ihre Mitarbeiter auf jeden Fall los

Die meisten Ratgeber, Führungsseminare oder Best-Practise-Medien geben eine Antwort auf die Frage, wie Vorgesetzte eine gute Führungspersönlichkeit werden. Dass es auch sinnvoll sein kann, Führung einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, möchte ich heute zeigen. Wenn Führungskräfte sich bewusst machen, was schlechte Führung auszeichnet, kann sie das zu besserem Führungsverhalten anleiten.

 

Mitarbeiter gehen zu einem Unternehmen, aber Sie verlassen Ihren Chef

Mann mit Händen vor dem Gesicht

 

Schlechte Führung kostet Mitarbeiter. Diese Aussage wurde in den letzten Jahren durch diverse Studien belegt. Erst 2015 hat Gallup in einer Untersuchung den Zusammenhang zwischen Führungsqualität, Mitarbeiterengagement und Motivation nachgewiesen.

 

Von je 100 Beschäftigten in einem durchschnittlichen deutschen Unternehmen haben fast dreiviertel der Mitarbeiter eine geringe emotionale Bindung an das eigene Unternehmen. Das wirkt sich auch auf die Motivation aus. 25 Prozent der Mitarbeiter mit einer geringen emotionalen Bindung planen im nächsten Jahr einen Jobwechsel. Von den Beschäftigten, die keine emotionale Verbundenheit aufweisen, ist es mehr als die Hälfte! Ein großer Teil der Beschäftigten in deutschen Unternehmen hat innerlich gekündigt und fühlt sich den Unternehmenszielen nicht mehr verpflichtet. Was das für die Unternehmensperformance bedeutet, muss hier wohl nicht weiter ausgeführt werden.

 

Die Studie hat ebenso gezeigt, dass die Einstellung der Mitarbeiter sehr stark vom Verhalten des Vorgesetzten abhängt. Der Anteil derjenigen, die in den letzten zwölf Monaten daran gedacht haben, das Unternehmen wegen des direkten Vorgesetzten zu verlassen, liegt bei den emotional Ungebunden sehr viel höher. Für die Beurteilung der Bindungskraft eines Unternehmens ist Führungsqualität ein entscheidendes Kriterium.

 

studie_fuehrung_mitarbeiterbindung

 

In einem Arbeitsmarkt, bei dem sich das Nachfrageverhältnis zugunsten der Arbeitnehmer verändert hat, ist schlechte Führung für Unternehmen eigentlich ein Tabu. Barbara Kellerman, Professorin an der Harvard Kennedy School macht schlechte Führung an zwei Verhaltenspräferenzen fest: fehlender Effizienz und fehlender Moral. Sie identifiziert in ihrem Buch „Bad Leadership“ sieben Führungstypen, die Sie sich bitte nicht zum Vorbild nehmen. Es sei denn, Sie wollen Ihre Mitarbeiter vergraulen.

 

Sieben negative Führungstypen – So führen Sie bitte nicht!

Auch von schlechten Beispielen kann man lernen.

Auch von schlechten Beispielen können Sie lernen.

  • Inkompetente Führer
    Diesen Führungskräften fehlt der Wille oder das Können, in ihren Beschäftigungssituationen effektiv zu handeln. Nach einer These von Laurence Peter werden Fachkäfte solange befördert, bis sie den Zenit ihrer persönlichen Leistungsfähigkeit erreicht haben. Inkompetente Führer befinden sich also in einer Position, in der sie ihre eigentlichen Stärken nicht mehr ausspielen können. Sie sind überfordert und merken es nicht einmal.
  • Rigide Führer
    Sind unfähig aus Fehlern zu lernen und stehen neuen Ideen und Innovationen skeptisch gegenüber.
  • Unmäßige Führer
    Diese Führungstypen leiden unter einem Kontrollverlust. Sie zeichnet ein stark überhöhtes Streben, in Einzelfällen auch Gier nach Macht und Geld aus.
  • Gefühllose Führer
    Diese Anführer sind ihren Mitarbeitern gegenüber unfreundlich, herablassend, beleidigend oder desinteressiert.
  • Korrupte Führer
    Leiten sich oder andere zu unmoralischem Verhalten an – stehlen, lügen, betrügen.
  • Abgeschottete Führer
    Handeln in bestimmten Situationen so, dass ihr Verhalten oder das ihrer Mitarbeiter das Wohlergehen Dritter mindert.
  • Böse Führer
    Richten absichtlich körperlichen oder psychischen Schaden an.

 

Was positive Führung ausmacht

Nach Kurt Levin wird das Verhalten eines Menschen von drei Einflussfaktoren bestimmt: Prägung, persönliche Ziele und Umfeld. Im Unternehmen und im Führungskontext können Sie das Verhalten ihrer Mitarbeiter nur beeinflussen, wenn Sie das Umfeld gestalten. Eine Einwirkung auf die Prägung oder die persönlichen Ziele eines Mitarbeiters ist ausgeschlossen!

 

Mit Umfeld ist nicht allein die Organisation des Unternehmens gemeint. Durch das eigene vorbildhafte Verhalten haben sie den nachhaltigsten Einfluss auf positive Verhaltensänderungen ihrer Mitarbeiter. Schlechte Vorgesetzte beziehen ihre Macht von der Ohnmacht anderer! Menschen mit Potenzial können sich so kaum zu echten High-Performern entwickeln. Mitarbeiter, die mit negativen Führungstypen zusammenarbeiten, reagieren häufig mit Angriff (schlechte Stimmung, Aggression,…) oder Flucht (innere Kündigung, Jobwechsel). Führungskräfte dagegen, die Mitarbeiter zu eigenverantwortlichem Handeln anleiten und selbst Vorbild sind, schaffen ein positives Umfeld für Mitarbeiterzufriedenheit und gute Leistungen.

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