Was macht eigentlich ein Feel-Good Manager?

In jedem Unternehmen gibt es Menschen, die dafür sorgen, dass das Miteinander klappt. Die sich nicht schämen den Mund aufzumachen. Die jederzeit ansprechbar sind und für jedes Problem(chen) ein offenes Ohr haben, ohne dabei ihre eigentlichen Aufgaben zu vernachlässigen. Diese „Guten Seelen“ oder „Socialiser“ sind unverzichtbar für ein positives Arbeitsklima unter Kollegen, das ist klar. Doch als ich davon las, dass es einen Job gibt, der sich ausschließlich mit dem Thema Wohlfühlkultur beschäftigt, war ich doch überrascht.

 

Magdalena Bethge, studierte Pädagogin und Sportwissenschaftlerin, besetzt genau diese Position bei Jimdo (Unternehmen wurde 2007 von drei Freunden gegründet und bietet kostenlosen Webseiten-Baukasten für jedermann an). Die Idee für ihre Stelle als „Feel-Good Managerin“ resultierte daraus, dass ein personaler Wachstumsschub bevorstand. Die Jimdo-Gründer Matthias, Christian und Fridtjof wollten sicherstellen, dass die gute Stimmung und die gelebte Kultur innerhalb des Unternehmens auch bei schnellem internen Wachstum nicht verloren geht und waren daher auf der Suche nach jemandem, der sich speziell darum kümmert.

 

Wir wollten einfach das Gefühl nicht verlieren, sich jeden Tag auf die Arbeit und auf seine Kollegen zu freuen. Weder für uns noch für unsere Mitarbeiter.“, sagt Mitgründer Fridtjof. „Es ging uns nicht darum, einen Bespaßer zu finden, der die Mitarbeiter bei Laune und möglichst lange im Büro hält. Wir möchten, dass sich jeder hier ganz ehrlich wohl fühlt und dadurch seine besten Ideen frei entfalten kann.“ Die Grundannahme ist, dass jeder am liebsten und am besten arbeitet, wenn man sich kennt und ehrlich miteinander umgehen kann. Und genau dafür sorgt Frau Bethge:

 

„Ich organisiere zum Beispiel verschiedene Mittags-Sportgruppen, regelmäßige Ausflüge zum Beachvolleyball, Lesungen, Party-Abende auf der Barkasse im Hamburger Hafen oder auch die sogenannte alljährliche „Klassenfahrt“ mit dem gesamten Team. Außerdem habe ich ein „Good-Book“ und ein „Bad-Book“ eingeführt, in das jeder Mitarbeiter sein positives oder negatives Feedback eintragen kann. Jeden Montag beim Teammeeting wird etwas aus beiden Büchern vorgelesen und an der Kritik gearbeitet. Zudem schaffe ich Raum für Begegnung. Neue Mitarbeiter spielen bei uns nach ein oder zwei Wochen mit mir das Mitarbeiter-Memory, um sich Namen und Aufgaben der Kollegen besser merken zu können. Damit jeder einmal mit jedem redet, lose ich bei „…und was ist mit Tee?” nach jedem Teammeeting fünf Personen aus, die anschließend zusammen einen Tee oder Kaffee trinken und eine Runde schnacken.“ (Karriereführer 2/2012)

 

Wenn Unternehmen einen Feelgood-Manager einstellen, ist dies ein weiteres Statement dafür, dass dem Unternehmen die Mitarbeiter wirklich am Herzen liegen. Und zwar so sehr, dass eigens für den Wohlfühlfaktor jemand dort arbeitet, der sich um die Mitarbeiter kümmert und der für alle da ist. Das alleine hilft vielleicht noch nicht, die Top-Bewerber anzuziehen, kann aber zu einem authentische Gesamtpaket beitragen, von dem sich die Menschen angezogen fühlen.

 

 

 

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