Führung im Wandel – Alles neu in der Arbeitswelt?

In den letzten Monaten und Jahren wird immer wieder über den Wandel geschrieben und gesprochen, dem die Führungsaufgabe vor dem Hintergrund permanenter wirtschaftlicher, politischer und kultureller, also gesellschaftlicher Veränderungen unterliegt. So hebt auch Petra Jenner, die Geschäftsführerin von Microsoft in der Schweiz, in einem Interview anlässlich der Personal Swiss 2016 auf diesen Wandel ab, wenn sie feststellt: „Die Art des Führens ist im Umbruch“.

 

Das alles ist richtig, aber eben nur die halbe Wahrheit.

 

Stefan Kierstein

Stefan Kierstein

Man wird dem Wesen der Führung nicht gerecht, wenn immer nur darauf hingewiesen wird, was sich alles ändert oder verändert hat. In diesem Blogbeitrag möchte ich deshalb die Aspekte an der Führungsaufgabe hervorheben, die über die Jahrzehnte konstant geblieben sind:

  1. Die zentrale Funktion von Führung besteht nach wie vor darin, mit den durch die Aufbau- und Ablauforganisation „zugeordneten“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die vom Unternehmen vorgegebenen Aufgaben und Ziele zu erledigen und zu erreichen. Führung hat also Orientierung zu geben.
  2. Dazu ist das Mittel der menschlichen Kommunikation nach wie vor entscheidend und hat zunehmend an Bedeutung gewonnen. Wenngleich sich die Wege der Kommunikation über Telefon, E-Mail, Skype oder der direkten Ansprache vervielfacht haben.
  3. Und nach wie vor gilt für das Handeln des Menschen, dass es von seinen Interessen und Bedürfnissen geleitet wird. Damit ist zugleich das Thema Motivation angesprochen, welches eines der Dauerbrenner in der Führungslehre ist. Die Führungskraft steht immer noch in der Verantwortung, ihre Mitarbeiter möglichst optimal zu motivieren. Dabei ist doch längst klar, dass niemand einen anderen direkt motivieren kann, sondern dass dies nur die betroffene Person selbst kann. Führungskräfte beeinflussen die relevanten Arbeitsbedingungen und nehmen darüber mittelbar Einfluss auf die Motivation des Personals. Frau Jenner betont in diesem Zusammenhang, dass finanzielle Ziele nicht mehr ausreichen, sondern die Schaffung einer Sinn-Botschaft nebst der Gewinnmaximierung immer wichtiger wird.
  4. Und damit sind wir bei einer weiteren zentralen Konstante im Zusammenhang mit Führung: der Gewinnmaximierung. Dieser hat sich nach wie vor alles unterzuordnen, auch die Arbeitsmotivation.

 

Ein Schuh wird aus dem Thema Führung nur, wenn sowohl veränderliche als auch unveränderte Elemente betrachtet werden. Aus dieser Gesamtschau folgt u. a. die Notwendigkeit, als Führungskraft quasi lebenslang,

  • die jeweils eigene Interessen- und Bedürfnislage zu analysieren,
  • die eigene Kommunikationsfähigkeit weiterzuentwickeln,
  • das eigene Einfühlungsvermögen zu schulen und
  • die konkreten Möglichkeiten und Grenzen der Mitarbeitermotivation zu reflektieren.

 

Bildquelle: Alan Levine, CC BY 2.0

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