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Johannes Buhr im Gespräch mit Marion Schopen

Menschen im ime

Die Menschen hinter Beratung, Training und Personalentwicklung

Mit Johannes Buhr verstärkt zum 1. August 2026 ein erfahrener Unternehmer, Geschäftsführer, Berater und Trainer die Geschäftsleitung des ime.

Seine Themen sind Führung, Management, Vertrieb und die Begleitung von Unternehmen in Veränderungsprozessen. Viele unserer Kunden werden ihn künftig in Beratungsprojekten, Workshops oder als Moderator kennenlernen.

Mit unserer Interviewreihe „Menschen im ime“ stellen wir Ihnen die Persönlichkeiten vor, die unser Unternehmen mit ihrer Erfahrung, ihrer Haltung und ihrer Leidenschaft für Entwicklung prägen. Nicht über Lebensläufe oder Organigramme – sondern im persönlichen Gespräch.

Ich habe Johannes auf unser rotes ime-Sofa eingeladen. Herausgekommen ist ein Gespräch über Führung, Verantwortung, Zusammenarbeit und die Frage, warum gute Entwicklung immer bei den Menschen beginnt.

01 · Persönlich

Persönlich gefragt

Marion Bevor wir über Führung, Unternehmen und das ime sprechen, starten wir ganz locker. Vielleicht erfahre ich ja sogar noch etwas Neues über dich …

Welche drei Begriffe beschreiben dich am besten?

Neugierig, pragmatisch und ziemlich hartnäckig. Wenn ich von einer Sache überzeugt bin, bleibe ich gerne dran.

Was bringt dich zuverlässig zum Lachen?

Situationskomik. Und Menschen, die über sich selbst lachen können. Das mag ich sehr.

Womit beginnt für dich ein richtig guter Arbeitstag?

Mit Kaffee – definitiv. Und danach am liebsten mit einem Gespräch, bei dem man merkt: Heute können wir wirklich etwas bewegen.

Berge oder Meer – und warum?

Ganz klar: Meer. Ich segle leidenschaftlich gern. Auf dem Wasser bekomme ich den Kopf frei – und gleichzeitig fordert Segeln volle Aufmerksamkeit. Wind, Wetter und Kurs lassen sich eben nicht komplett planen. Vielleicht gefällt mir genau das daran.

Und wo liegen deine Talente eindeutig nicht?

Beim Thema Gartenarbeit habe ich definitiv zwei linke Hände. Einen grünen Daumen sucht man bei mir vergeblich. Dafür sitze ich umso lieber mit netten Menschen in einem schönen Garten – am besten, wenn sich vorher jemand anderes um die Gartenarbeit gekümmert hat.

02 · Stationen

Was Johannes geprägt hat

Marion Wir kennen uns inzwischen schon eine ganze Weile. Wenn ich auf deinen beruflichen Weg schaue, ist der alles andere als geradlinig: Beratung, Unternehmertum, Geschäftsführung, Interims-Management, Training und heute sogar ein Lehrauftrag. Was davon hat dich besonders geprägt?

Wenn du auf diese unterschiedlichen Stationen zurückblickst: Was hast du daraus für dich mitgenommen?

Eigentlich weniger eine einzelne Station als die unterschiedlichen Perspektiven, die ich kennenlernen durfte. Ich war Berater, Unternehmer und Geschäftsführer, habe Unternehmen aufgebaut und verkauft und als Interims-Manager Verantwortung in ganz unterschiedlichen Situationen übernommen. Dabei habe ich gelernt, dass Konzepte wichtig sind – am Ende aber immer Menschen darüber entscheiden, ob etwas funktioniert.

Du kennst Führung aus ganz unterschiedlichen Perspektiven – als Geschäftsführer und Unternehmer, aber auch als Trainer und Berater. Wie hat das dein Verständnis von Führung geprägt?

Sehr stark. Für mich gilt bei Führung ganz klar: „Walk the Talk“. Wer selbst als Geschäftsführer Verantwortung trägt, weiß, dass man Entscheidungen treffen und anschließend auch mit deren Konsequenzen leben muss. Ich habe viele Führungssituationen selbst erlebt und weiß deshalb, dass sich nicht alles, was in der Theorie gut klingt, im Alltag genauso einfach umsetzen lässt.

Diese Erfahrung prägt auch meine Arbeit als Trainer und Berater: aus der Praxis für die Praxis. Mir geht es nicht darum, Führungskräften zu erklären, wie Führung theoretisch funktionieren sollte. Entscheidend ist, was im konkreten Führungsalltag tatsächlich funktioniert – gerade dann, wenn es keine perfekte Lösung gibt.

Irgendwann ist neben dem Unternehmer und Geschäftsführer der Trainer Johannes immer stärker geworden. Was hat dich daran gereizt?

Mich hat schon immer interessiert, warum Menschen so handeln, wie sie handeln – und was ihnen hilft, weiterzukommmen. Im Training kann ich meine eigenen Erfahrungen weitergeben, aber genauso wichtig ist mir der Austausch. Ich möchte Menschen nicht erzählen, wie Führung funktioniert. Spannend wird es für mich dann, wenn jemand einen Gedanken aufgreift, ihn auf seine eigene Situation überträgt und daraus etwas Eigenes macht.

Seit einigen Jahren gibst du deine Erfahrungen auch als Lehrbeauftragter für Mitarbeiterführung an der TH OWL weiter. Was gefällt dir daran?

Der Austausch mit jungen Menschen hält auch mich in Bewegung. Sie stellen andere Fragen, hinterfragen vieles sehr selbstverständlich und haben einen anderen Blick auf Arbeit und Führung. Das finde ich bereichernd.

Gleichzeitig gefällt mir die Möglichkeit, Erfahrungen aus der Praxis in die Theorie einzubringen. Vieles, was Führung ausmacht, lässt sich eben nicht nur aus Lehrbüchern lernen. Wenn wir konkrete Erfahrungen diskutieren, Theorie und Praxis miteinander verbinden und daraus neue Perspektiven entstehen, profitieren am Ende beide Seiten davon.

03 · Führung

Warum gute Führung heute wichtiger denn je ist

Marion Du hast selbst Unternehmen geführt, Teams aufgebaut und über viele Jahre Führungskräfte begleitet. Deshalb interessiert mich deine ganz persönliche Sicht: Was verändert sich gerade – und was bedeutet das für Führung?

Welche Entwicklungen beschäftigen Unternehmen derzeit besonders?

Viele Unternehmen müssen gerade mehrere Veränderungen gleichzeitig bewältigen. Märkte verändern sich, wirtschaftlicher Druck nimmt zu, KI eröffnet neue Möglichkeiten und gleichzeitig verändern sich die Erwartungen der Mitarbeitenden. Für Führungskräfte bedeutet das: Sie müssen Orientierung geben, obwohl sie selbst längst nicht auf alles eine Antwort haben können.

Ich glaube, genau darin liegt eine der großen Veränderungen. Führung bedeutet heute weniger, alles besser zu wissen. Es geht stärker darum, gute Entscheidungen zu ermöglichen und Menschen auch in unsicheren Situationen handlungsfähig zu machen.

Führung bedeutet für mich nicht, alle Antworten zu kennen – sondern Orientierung zu geben und Menschen zu befähigen, gute Entscheidungen zu treffen.

Johannes Buhr

Welche Herausforderungen begegnen dir bei Führungskräften immer wieder?

Führung ist anspruchsvoller geworden. Früher waren Rollen, Zuständigkeiten und Erwartungen häufig klarer definiert. Heute müssen Führungskräfte mehr abstimmen, unterschiedliche Erwartungen zusammenbringen und Orientierung geben, obwohl sie selbst nicht auf alles eine eindeutige Antwort haben.

Gleichzeitig wird das vermeintlich dominante Tagesgeschäft schnell zum Argument: „Dafür fehlt mir gerade die Zeit – und dann stehen auch noch die Mitarbeitergespräche an.“

Genau da liegt für mich ein Denkfehler. Führung ist keine zusätzliche Aufgabe, die man erledigt, wenn das operative Geschäft es zulässt. Sie ist Teil des Tagesgeschäfts. Die Herausforderung besteht deshalb weniger darin, mehr Zeit für Führung zu finden, sondern ihr die notwendige Priorität zu geben.

Was macht aus deiner Sicht gute Führung und gute Zusammenarbeit aus?

Klarheit und Vertrauen. Für mich gehört beides zusammen. Menschen müssen wissen, woran sie sind, was von ihnen erwartet wird und welchen Handlungsspielraum sie haben. Gleichzeitig brauchen sie das Vertrauen, diesen Spielraum auch wirklich nutzen zu dürfen.

Gute Führung heißt für mich deshalb nicht, Menschen möglichst eng zu steuern. Sie schafft einen Rahmen, in dem Menschen Verantwortung übernehmen und gute Arbeit leisten können. Und dazu gehört auch, unterschiedliche Meinungen auszuhalten und Konflikte nicht unter den Teppich zu kehren.

Welche Eigenschaften werden Führungskräfte in Zukunft noch stärker brauchen?

Für mich wird vor allem Mut immer wichtiger – der Mut, Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen werden fast immer unter Unsicherheit getroffen. Wir haben heute zwar Zugriff auf mehr Informationen, Daten und inzwischen auch KI als jemals zuvor. Aber das nimmt Führungskräften die Verantwortung für Entscheidungen nicht ab.

Was ich häufig erlebe: Es wird noch eine Runde diskutiert, noch eine Analyse gemacht und noch jemand gefragt – statt irgendwann eine Entscheidung zu treffen. Natürlich braucht es dafür Urteilsvermögen, Neugier und die Bereitschaft, die eigene Sicht zu hinterfragen. Aber irgendwann muss man entscheiden und Verantwortung dafür übernehmen.

Und bei allem technologischen Fortschritt bleibt für mich etwas sehr Menschliches entscheidend: zuhören, verstehen, klar kommunizieren und Beziehungen gestalten. Auch das gehört für mich zu guter Führung – und lässt sich nicht einfach an ein Tool delegieren.

Johannes Buhr und Marion Schopen während des Interviews
Im Gespräch Über Führung, Verantwortung und unternehmerisches Denken
04 · ime

Warum ime?

Marion Jetzt interessiert mich natürlich noch, warum wir heute eigentlich gemeinsam hier auf unserem roten Sofa sitzen.

Als die Idee entstand, dass du beim ime einsteigen könntest – was hat dich daran gereizt?

Spannend war für mich vor allem die Möglichkeit, zwei Dinge miteinander zu verbinden, die meinen beruflichen Weg schon lange prägen: Training und Unternehmertum.

Ich arbeite sehr gerne als Trainer und begleite Menschen und Führungskräfte in ihrer Entwicklung. Gleichzeitig bin ich Unternehmer, möchte gestalten, Verantwortung übernehmen und Dinge weiterentwickeln. Im ime habe ich die Möglichkeit, beides miteinander zu verbinden – als Trainer weiterhin nah an den Menschen und ihren Themen zu sein und gleichzeitig unternehmerische Verantwortung zu übernehmen und das Unternehmen weiterzuentwickeln.

Was hat dich in den ersten Wochen besonders positiv überrascht?

Mich hat vor allem beeindruckt, wie gut das Team aufgestellt ist und wie professionell hier gearbeitet wird. Das ime ist gleichzeitig sehr vielfältig – bei den Themen, den Formaten und auch bei den Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten.

Für mich ist das eine starke Basis. Es gibt viel Erfahrung und gewachsene Kundenbeziehungen, gleichzeitig aber auch Offenheit für neue Ideen und Weiterentwicklung. Das sind aus meiner Sicht sehr gute Voraussetzungen, um das ime erfolgreich in die Zukunft zu führen.

Wo möchtest du gemeinsam mit dem ime in den nächsten Jahren Akzente setzen?

Da gibt es einige Themen, die ich spannend finde. Ein wichtiger Punkt ist für mich, unsere Trainer, Coaches, Moderatoren und Berater noch enger an das ime zu binden. Sie prägen mit ihrer Erfahrung und ihren unterschiedlichen Perspektiven ganz wesentlich die Qualität unserer Arbeit. Diese Community möchte ich weiter stärken und noch stärker mit dem verbinden, wofür das ime steht.

Ein zweiter Punkt ist die stärkere Verzahnung unserer Angebote. Inhouse-Programme, offene Seminare und Coachings müssen nicht nebeneinanderstehen. Wenn wir sie sinnvoll miteinander kombinieren, können daraus passgenaue Entwicklungswege für unsere Kunden entstehen.

Und langfristig möchte ich, dass das ime für seine Kunden das bleibt, was es heute schon für viele ist: ein verlässlicher Partner für Personal- und Führungskräfteentwicklung, der die Unternehmen und ihre Herausforderungen kennt und sie über viele Jahre begleitet.

05 · Kurz gefragt

Drei schnelle Fragen

01

Welches Buch würdest du verschenken?

Darf ich auch drei nennen? „Der Alchimist“ von Paulo Coelho, „1.200 Tage Samstag“ – natürlich ein Segelbuch – und „Professionelle Gesprächsführung“. Drei ziemlich unterschiedliche Bücher, aber vielleicht passt genau das ganz gut zu mir.

02

Welche Eigenschaft schätzt du an anderen Menschen besonders?

Ich mag Menschen, die Professionalität mit einer gewissen Leichtigkeit verbinden. Die ihre Sache ernst nehmen, aber sich selbst nicht immer zu ernst nehmen müssen – und auch mal über sich selbst lachen können. Loyalität ist mir ebenfalls wichtig. Und ich schätze Menschen, die neugierig und aufgeschlossen bleiben und Lust auf neue Perspektiven haben.

03

Welcher Satz begleitet dich beruflich?

„Aus der Praxis für die Praxis.“ Das zieht sich eigentlich durch meinen gesamten beruflichen Weg – und beschreibt bis heute ziemlich gut, wie ich arbeiten möchte.

06 · Ausblick

Blick nach vorne

Marion Wenn du auf die kommenden Monate schaust – worauf freust du dich am meisten?

Ganz klar auf die Zusammenarbeit mit dir, Marion, und mit dem gesamten ime-Team. Wir haben in den ersten Wochen schon viele gute Gespräche geführt und ich freue mich darauf, gemeinsam Dinge anzupacken und weiterzuentwickeln.

Und natürlich freue ich mich darauf, unsere Kunden noch besser kennenzulernen – langjährige ime-Kunden genauso wie neue. Zu verstehen, was sie beschäftigt, welche Herausforderungen sie sehen und wo wir sie unterstützen können, darauf habe ich wirklich Lust.

07 · Zum Schluss

Die rote Sofa-Frage

Marion Zum Abschluss bekommt jeder Gast auf unserem roten Sofa dieselbe Frage: Welche Frage hätte ich dir heute unbedingt noch stellen sollen?
Johannes

Vielleicht: „Was machst du eigentlich, wenn du nicht arbeitest?“

Marion

Gut, dann stelle ich sie dir jetzt: Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Johannes

Ich spiele zum Beispiel Klavier – allerdings längst nicht so gut, wie ich gerne würde. Deshalb ist mein Publikum auch sehr ausgewählt: Mein Klavierlehrer darf zuhören und unsere seniorige Hündin. Die beiden sind geduldig mit mir.

Und wenn ich abends am Klavier sitze, vielleicht noch ein Glas Rotwein dabei – dann geht es mir ziemlich gut.

Nachklapp

Drei Gedanken, die aus unserem Gespräch bleiben

Nach meinem Gespräch mit Johannes sind mir besonders drei Dinge in Erinnerung geblieben:

  1. Gute Führung braucht Mut – vor allem den Mut, auch unter Unsicherheit Entscheidungen zu treffen und Verantwortung dafür zu übernehmen.
  2. „Walk the Talk“ beschreibt Johannes‘ Verständnis von Führung ziemlich gut: nicht nur darüber sprechen, wie gute Führung funktionieren sollte, sondern selbst Verantwortung übernehmen und vorleben, was man von anderen erwartet.
  3. Unternehmertum und die Entwicklung von Menschen gehören für ihn zusammen: gestalten, Verantwortung übernehmen und gleichzeitig nah an den Menschen und ihren Herausforderungen bleiben.

Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Johannes – im ime, mit unserem Team und natürlich gemeinsam mit unseren Kunden. Und darauf, zu sehen, welche neuen Ideen dabei entstehen.

Über die Autorin

Marion Schopen

Geschäftsführerin des ime · Trainerin, Beraterin und Coach

Marion Schopen begleitet seit vielen Jahren Führungskräfte und Unternehmen in Entwicklungs- und Veränderungsprozessen. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen unter anderem in Führung, Mentoring, Moderation und Personalentwicklung. Für die Reihe „Menschen im ime“ führt sie persönliche Gespräche mit den Menschen, die das ime prägen.

Zur Person
Johannes Buhr

Über Johannes Buhr

Johannes Buhr verstärkt seit August 2026 die Geschäftsleitung des ime. Als Unternehmer, Geschäftsführer, Berater und Trainer begleitet er Unternehmen bei Fragen rund um Führung, Management, Vertrieb und Veränderungsprozesse. Seine langjährige Erfahrung aus unterschiedlichen Führungsrollen bringt er heute in Beratungsprojekte, Workshops und Entwicklungsprogramme ein.


Seine Schwerpunkte
  • Führungskräfteentwicklung
  • Leadership
  • Management
  • Vertrieb
  • Organisationsentwicklung
  • Moderation von Workshops und Strategieprozessen

Menschen im ime: Frank Postina im Gespräch

Im nächsten Teil unserer Reihe lernen Sie Frank Postina kennen. Als Leiter Vertrieb und Kundenentwicklung spricht er über erfolgreiche Kundenbeziehungen, Verhandlungsführung und darüber, warum Vertrauen im Vertrieb der entscheidende Erfolgsfaktor ist.

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