Warum es nicht schlimm ist, wenn man mal daneben liegt

Fehler machen tut weh. In unserer Leistungsgesellschaft gilt es vor allem, die gesteckten Ziele zu erreichen und erfolgreich zu sein. Umso mehr leidet das Selbstwertgefühl, wenn bei den wichtigen Belangen des Lebens Pannen auftreten. „Keine Angst vorm Scheitern“ schreibt jedoch Zeit Wissen (Nr. 4/2013) und widmet dem Thema damit eine Titelstory.

 

Dabei besteht die Kunst vor allem darin, gescheiterten Projekten etwas Gutes abzugewinnen. „Stehaufmännchen“ tun genau dies, indem sie kurz Bilanz ziehen, nicht zu lange grübeln und negative Gedanken schneller abstellen bzw. als positive Lerngelegenheit ansehen. Bei Niederlagen hilft es, dem Scheitern einen Sinn zu geben und auf diese Weise nebenbei den eigenen Selbstwert zu schützen: „In der Interpretation eines negativen Ereignisses liegt der Schlüssel, um zufriedener damit weiterleben zu können“.

Vielleicht ist manch einer nach einer verpassten Beförderung froh, dass er doch nicht im Rampenlicht stehen oder Freizeit opfern muss. Vielleicht weist die Absage eines Kunden den Weg in eine Richtung oder auf eine Schwachstelle, die sonst nicht offensichtlich geworden wäre. Um aus einer verpatzten Lage lernen zu können, muss man den Spagat finden zwischen Anerkennung der Realität und Selbstzerstörung: „Ich habe versagt, aber ich bin kein Versager“. Sich (immer wieder neu) über sein Handeln zu definieren anstatt über seine Persönlichkeit kann das Dogma für alle werden, die bereit sind etwas zu wagen. Die Möglichkeit einer Niederlage wird dabei in Kauf genommen. Handeln heißt dann, auch Fehler zu riskieren, um an ihnen zu wachsen.

 

In anderen Kulturkreisen scheint dieses Bewusstsein bereits vorhanden zu sein, in den USA werden gerade die ersten positiven Erfahrungen mit Fehlermanagement-Kursen gemacht. Ob sich dies wohl auch in deutschen Firmen etablieren könnte?

 

Zum Schluss noch eine gute Nachricht: Wir alle verfügen über ein „psychologisches Immunsystem“. Nach überstandenen seelischen Schmerzen pendelt sich das Glücksniveau wieder auf Ausgangsbasis ein und wir gehen gestärkt und um eine Erfahrung reicher aus der Situation hervor. Bedenken Sie: Ohne so manche gescheiterten (Forschungs-)Projekte hätten bahnbrechende Errungenschaften wie Penicillin oder die Entdeckung Amerikas nicht stattgefunden…

 

Praktische Anregungen dazu, wie Sie nach vermeintlichen Niederlagen wieder auf die Beine kommen, an Ihrer psychischen Widerstandskraft arbeiten können und wie ein Resilienzkonzept aussehen kann, erfahren Sie in unserem Seminar: Resilienztraining

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